von Joel Clark, Kodiak Cakes

Im März 2017 haben wir auf der Natural Foods Messe verkündet, dass wir unser Team bei Kodiak Cakes am Unternehmen beteiligen werden. Die Begeisterung und (zuweilen tränenreiche) Dankbarkeit, die mir entgegenschlug, als ich jedem einzelnen erklärte, wie das funktionierte und was das für denjenigen bedeuten würde, machte diesen Tag zu dem schönsten in meiner Karriere.

Neulich las ich in dem Wirtschaftsmagazin Forbes einen Artikel, in dem fünf Gründe angeführt wurden, warum man seine Angestellten nicht am Kapital des Unternehmens beteiligen sollte. Ironischerweise habe ich mich aus genau diesen Gründen für die Beteiligung entschieden.

1. Verkaufsdruck

In dem Artikel wurde argumentiert, dass die Anteile der Angestellten nur dann etwas wert sind, wenn das Unternehmen verkauft wird. Das wiederum würde dazu führen, dass die neuen Anteilseigner Druck ausüben würden, das Unternehmen frühzeitig abzustoßen. Aber wenn du ein großartiges Unternehmen mit großartigen Leuten aufbaust, die an die gemeinsame Mission glauben – warum sollte man so ein Unternehmen verkaufen wollen? Ich glaube, dass die Verbundenheit mit dem Unternehmen und seiner Mission durch die Kapitalbeteiligung sogar noch größer wird.

Unsere Mission bei Kodiak Cakes lautet: wir inspirieren andere zu gesunder Ernährung und einem aktiven Lebensstil durch wohlschmeckende Produkte mit hohem Nährwert. Wir selbst sind ein Team, das diese Mission durch unseren Lebensstil lebt. Wir sorgen uns intensiv um das was wir essen, um das was wir verkaufen, und wir sorgen uns um einander. Wir wollen, dass unser Team stolz auf unsere Kultur ist, und stolz darauf, einen Teil dieses Unternehmens zu besitzen. Ich bezweifele zutiefst, dass irgendjemand mich darum bitten wird, Kodiak Cakes zu verkaufen um Kasse zu machen. Tatsächlich läuft es genau anders herum: wir werden eher darauf angesprochen, bitte nicht an irgendjemanden zu verkaufen.

2. Verlust der Privatsphäre

In dem Forbes-Artikel wird darauf hingewiesen, dass du als Unternehmer deinen Anteilseignern alle finanziellen Details offenlegen musst und damit deine Privatsphäre verlierst. Diese Transparenz hat aber auch eine ganze Menge Vorteile. Sie erzeugt bei den richtigen Leuten ein hohes Maß an Verbundenheit. Wenn es deinem Unternehmen großartig geht, dann sollten das auch alle wissen, nicht wahr? Und wenn es ihm schlecht geht, sollten das erst recht alle wissen; insbesondere wenn sie Miteigentümer sind. Sie werden mit Sicherheit da bleiben und versuchen, das Ruder herum zu reißen, statt das angeschlagene Schiff zu verlassen.

3. Weniger steuerliche Absetzbarkeit

In dem Artikel wird die hypothetische Frage zitiert: „War der Trip nach Florida wirklich eine Geschäftsreise?“ Wenn du deinen privaten Lebensstil auf Kosten deines Unternehmens finanzierst, dann baust du kein Unternehmen auf, das die Interessen der Mitarbeiter und einen überragenden Kundenutzen an die erste Stelle setzt. Egoistische „Geschäftsentscheidungen“ gefährden die Authentizität der Mission. Miteigentümer helfen dir dabei, das Unternehmen an die erste Stelle zu setzen, und nicht dich selbst. Wollen hoch leistungsfähige, talentierte Menschen wirklich für ein Unternehmen arbeiten, das dem Eigentümer und dessen Bedürfnissen dient?

4. Angestellte können zu zimperlich sein

Der Artikel argumentiert, dass Unternehmertum nichts für jedermann ist. Einige würden es vorziehen, einfach nur ihren Gehaltsscheck zu kassieren weil sie keine Lust hätten, sich mit der Zukunft des Unternehmens zu beschäftigen. Ernsthaft? Gibt es wirklich jemanden da draußen, der einen simplen Gehaltsscheck einem Gehaltsscheck mit Aussicht auf einen wertvollen Vermögenswert den Vorzug gibt? Ich bin mir ziemlich sicher, dass die meisten sich über eine Beteiligung freuen, auch wenn es bedeutet, dass man sich ab und zu mal Sorgen machen muss. Wenn nicht, hast du die falschen Leute. Hol die richtigen Leute an Bord – diejenigen, die dir helfen wollen, ein großartiges Unternehmen aufzubauen.

5. Verwässerung

Das letzte Argument aus dem Artikel lautet, dass du deine eigene Teilhaberschaft verwässerst. Da du das Unternehmen aufgebaut hast, verdienst du wegen deines Risikos in der Aufbauphase auch den Löwenanteil an der Beute. Ich könnte jetzt behaupten, dass wir unsere Mitarbeiter beteiligen, weil wir nette Leute sind und wir die Belohnung mit dem Team teilen wollen. Das macht sicher einen großen Teil der Motivation aus: wir haben die großartige Gelegenheit, den Wert zu teilen, den wir gemeinsam aufgebaut haben, und wir tun das mit Begeisterung.

Wir haben ein unglaubliches Team, das es geschafft hat, Kodiak Cakes dahin zu bringen wo wir gerade stehen und wohin wir noch gehen wollen. Du könntest jetzt argumentieren, dass sie dafür ja auch schon ihr Gehalt bekommen haben. Aber darüber hinaus gibt es einen ganz einfachen wirtschaftlichen Grund: als Teilhaber verändert sich mein Verhalten. Wenn dir etwas gehört, dann kümmerst du dich automatisch mehr darum, und du verwendest mehr geistige Energie darauf. Wir bauen darauf, dass wir ein Top-Team anziehen werden, und dass wir gemeinsam ein Unternehmen aufbauen werden, das sehr viel mehr zum Guten bewirken wird als wir uns jemals vorstellen konnten. Sprich mich in ein paar Jahren noch einmal darauf an; und ich werde dir erzählen, wie es funktioniert hat.

Kodiak Cakes ist ein Familienunternehmen, das sich auf vollwertige Backmischungen für Waffeln, Pfannkuchen und Muffins sowie auf Müslis spezialisiert hat. Joel Clark führt das Unternehmen in der zweiten Generation. Der Firmensitz ist in Park City, Utah. National bekannt wurde Kodiak Cakes über einen Auftritt in der Gründershow Shark Tank, dem US-Vorbild der Sendung „Die Höhle der Löwen“ auf Vox.

Mehr Beiträge von Joel Clark findet ihr auf LinkedIn.

  • Webinar on demand