von Josh Burch und Chris Langston, Gründer und Geschäftsführer von 40Digits –

40 Digits ist eine Digitalagentur mit 30 Mitarbeitern in Springfield/Missouri. Auf der GreatGame-Konferenz im September 2016 in Dallas berichteten die beiden über ihre größten Fehler bei der Einführung von Open Book Management und partizipativer Unternehmenskultur. Die GoGREAT Gründer Kerstin und Timo saßen im Publikum und haben fleißig mitgeschrieben. Infos über die Agentur: www.40digits.com.

1. Drückt nicht den falschen Hebel

Wenn ihr einen Bonusplan macht, ermutigt euer Team, ihn zu zerpflücken. Macht keinen Bonusplan, wenn ihr nicht wisst, was ihr da macht. Fragt eure Buchhalter. Haltet den Bonusplan möglichst einfach, und macht ihn nicht von zu vielen Variablen („Wenns“ und „Abers“) abhängig. Bei 40Digits haben wir im August 2008 mit dem Großen Spiel angefangen und haben im Dezember 5.800 $ an Boni ausgezahlt – bei einem Gewinn von insgesamt 6.000 $ (was einer Rendite von 1,46% entsprach). Das war natürlich ein riesiger Fehler.

2. Es geht nicht nur im Finanzen

In den folgenden Jahren sind wir jeweils um 100% gewachsen. Dabei haben wir manchmal vergessen, auf unsere Werte zu schauen. Wenn man das nicht tut, kann das Spiel auf Kosten der Kunden und der Mitarbeiter gehen.

3. Haltet euch raus

Das ist für Unternehmer wahrscheinlich die schwierigste Übung. Dem Team gehört das Spiel. Bringe ihnen die Spielregeln bei, stelle ein Scoreboard auf, und lehre Finanzwissen. Es geht nicht darum, das Spiel perfekt zu spielen, sondern darum, die Menschen mit einzubeziehen. Lehre sie das WAS, und lass dein Team das WIE entscheiden. Wir haben ein GreatGame-Team gebildet und haben sie machen lassen. Wir waren als normale Mitspieler dabei – nicht als Chefs.

4. Alle müssen das WARUM verstehen

Wenn wir früher unsere Eltern fragten, warum wir etwas machen mussten, lautete die Antwort meist: „Weil ich es sage!“ Aus dieser Rolle müssen wir als Unternehmer raus. Erst wenn man das WARUM verstanden hat, ist die Lektion für immer gelernt. Also: wiederholt, und wiederholt, und wiederholt warum ihr das Spiel spielt. Nutzt eure Huddles dafür. Führt viele persönliche Gespräche, wenn notwendig.

5. Spielt mehr MiniSpiele

Insbesondere wenn die Zeiten hart sind, müsst ihr viele Spiele spielen. Das Team soll selbst sagen, was sie für Prämien wollen. Fangt klein an! Wir haben den Fehler gemacht, am Anfang großartige Prämien in der dritten Stufe zu verteilen: X-Boxen, Playstation 4 und iPads Pro. Die Latte lag dann so hoch, dass sie kaum noch zu toppen war.

6. Seid ehrlich!

Im Jahr 2012 hatten wir so starkes Wachstum, dass uns das Geld ausgegangen ist. Wir mussten mit Krediten andere Kredite bedienen. Es ist enorm wichtig, dass ihr auch die schlechten Nachrichten teilt! Ansonsten kann kein Vertrauen entstehen. Ihr braucht keine Angst haben, dass Leute gehen, wenn ihr euch auch nur ansatzweise als Familie fühlt. Wenn es schwierig wird, lasst euch helfen! Macht euch verletzbar, seid demütig, lernt aus euren Fehlern (wenn ihr weiter Helden sein wollt).

7. Vorwärts planen

Lehre dein Team die Kunst des Planens und des Prognostizierens. Wenn ihr nur zurück blickt in den Huddles, geht 80 Prozent der Kraft verloren. Erwartet nicht, dass es auf Anhieb funktioniert – es wird aber mit der Zeit besser.

8. Charlie das Einhorn

Es gab bei uns einen Überflieger, den das Geschäft und die Finanzen einfach nicht interessiert haben. Der ist dann irgendwann gegangen. Das war für uns verkraftbar. Wir haben uns an Mahatma Gandhi orientiert: „Die Qualität deiner Führung liegt nicht darin, wie viele dir folgen, sondern wie viele Führer du selbst hervorbringst.“ Es geht im Unternehmen nicht um dich! Selbstlose Führungskräfte bauen eine Kultur von Vertrauen und Vergebung.

9. Verpflichtet euch

Wir haben am Anfang des Großen Spiels nur den Zeh ins Wasser gesteckt und die einfachen Sachen gemacht – zum Beispiel Mini Spiele auf alles mögliche gespielt. Wir hatten Angst, den nächsten Schritt zugehen, also Finanzen zu erklären und die Bücher zu öffnen. Traut euch! Das Wasser ist schön – auch wenn ihr glaubt, dass dort die Haie auf euch warten.

10. Denkt auch an deine Exit-Strategie

Ohne Open Book Management würde es uns heute nicht mehr geben. Und wir würden nie mehr ein Unternehmen anders führen wollen. Das Große Spiel hat unser Unternehmen wesentlich wertvoller gemacht. Als wir es im letzten Jahr verkauft haben, haben wir zur Bedingung gemacht, dass es so weiter geführt wird – alles andere wäre ein k.o.-Kriterium gewesen.

Lust auf mehr GoGREAT? Willst du deinem Team GoGREAT erklären? Oder bist du schon Experte, und möchtest andere Unternehmer mit dem Spielvirus infizieren?

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